{"id":13,"date":"2019-08-27T12:31:08","date_gmt":"2019-08-27T12:31:08","guid":{"rendered":"http:\/\/whatis.ariadne-infrastructure.eu\/de\/?page_id=13"},"modified":"2020-06-05T17:34:40","modified_gmt":"2020-06-05T17:34:40","slug":"allgemeine-offentlichkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/whatis.ariadne-infrastructure.eu\/de\/allgemeine-offentlichkeit\/","title":{"rendered":"Allgemeine \u00f6ffentlichkeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum braucht die Arch\u00e4ologie ARIADNE?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Arch\u00e4ologInnen untersuchen in ihren Forschungen eine Vielzahl von Fundobjekten, von denen einige bereits fr\u00fcher von anderen entdeckt wurden und in Museen und Archiven aufbewahrt werden. Viele werden jedoch bei Ausgrabungen neu entdeckt. Die \u201eSch\u00e4tze\u201c, die Arch\u00e4ologInnen entdecken, haben normalerweise &#8211; nat\u00fcrlich mit wenigen nennenswerten Ausnahmen &#8211; nur einen geringen oder gar keinen finanziellen Wert, da ihr Wert in dem Wissen liegt, das sie \u00fcber unsere Geschichte bringen. Die Arch\u00e4ologie interpretiert die bei Ausgrabungen entdeckten \u00dcberreste auf ihre Zusammenh\u00e4nge und leitet daraus neue Informationen \u00fcber die menschliche Vergangenheit ab. Aus einer arch\u00e4ologischen Ausgrabung geht daher eine Vielzahl von Dokumenten hervor, die auf genaueste Weise berichten, was jede Ausgrabungsschicht enthielt und wie Funde und andere \u00dcberreste miteinander in Beziehung stehen. Solche Dokumente bestehen aus Texten (das hei\u00dft Notizen, die von den ForscherInnen verfasst wurden, um zu beschreiben, was sie gefunden haben); Bilder und Zeichnungen der Ausgrabung in jeder Phase ihrer Ausf\u00fchrung; Inventare dessen, was in jeder Schicht gefunden wurde; und vieles mehr, zum Beispiel \u00dcberblickspl\u00e4ne, wo der Bezug der verschiedenen \u00dcberresten zu anderen Teilen derselben Fundst\u00e4tte dargestellt wird, zum Beispiel in einer antiken Stadt. Auf diese Weise verwandelt eine arch\u00e4ologische Untersuchung die \u00dcberreste der Vergangenheit in einen Komplex von schriftlichen und bildlichen Beschreibungen, der sich nicht so sehr von dem unterscheidet, was wir normalerweise tun, wenn wir w\u00e4hrend eines Urlaubs Fotos oder Notizen machen, um Freunden, Bekannten und Verwandten, die zu Hause blieben, unsere Erfahrungen zu vermitteln sowie sp\u00e4ter unsere Erinnerungen an den Urlaub wiederzubeleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jede arch\u00e4ologische Untersuchung wird von einer Forschungsfrage geleitet, n\u00e4mlich einer Frage \u00fcber die Vergangenheit, die zumindest teilweise durch die Entdeckungen w\u00e4hrend der Ausgrabung gekl\u00e4rt wird. Manchmal lautet die Frage einfach: \u201eWas haben wir hier?\u201c &#8211; dies geschieht, wenn Bauarbeiten durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen, beispielsweise der Bau einer Autobahn, einer neuen Eisenbahn oder eines neuen Hauses, und es notwendig ist, festzustellen, dass diese Baut\u00e4tigkeiten Informationen \u00fcber die Vergangenheit nicht zerst\u00f6ren. In den meisten L\u00e4ndern ist das Ergebnis ein unver\u00f6ffentlichter Feldforschungsbericht, der h\u00e4ufig in kommunalen \u00c4mtern aufbewahrt wird und schwer zu finden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass sowohl geplante Ausgrabungen, die von spezifischen Forschungsfragen geleitet werden, als auch Notausgrabungen, die zuf\u00e4llige Entdeckungen hervorbringen, eine gro\u00dfe Anzahl von Dokumenten erzeugen. Solche Dokumente werden in einem abschlie\u00dfenden Ausgrabungsbericht zusammengefasst, der sich auf die Gr\u00fcnde der jeweiligen Untersuchung konzentriert und alle arch\u00e4ologischen Informationen ignoriert, die nicht direkt von der Arbeit betroffen sind. Die Dokumentation enth\u00e4lt jedoch auch Informationen \u00fcber alles andere, was w\u00e4hrend der Untersuchung gefunden wurde, und kann &#8211; falls verf\u00fcgbar &#8211; von anderen ForscherInnen f\u00fcr einen anderen Zweck sinnvoll wiederverwendet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heutzutage sind die meisten arch\u00e4ologischen Daten digital und diese Daten werden zunehmend online zur Verf\u00fcgung gestellt, was es anderen ForscherInnen erleichtert, wichtige Informationen aus der Arbeit von KollegInnen zu erhalten, einschlie\u00dflich Daten, die nicht in die endg\u00fcltigen zusammenfassenden Berichte aufgenommen werden konnten. Diese unver\u00f6ffentlichten Berichte, die gemeinhin als \u201egraue Literatur\u201c bezeichnet werden, sind in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zunehmend online verf\u00fcgbar. In einigen F\u00e4llen wird diese Online-Publikation von Regierungsstellen durchgef\u00fchrt, sie k\u00f6nnen aber auch in fachspezifischen Archiven und Repositories gefunden werden, zum Beispiel beim ADS (Archaeology Data Service an der University of York) in Gro\u00dfbritannien und in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sowie in anderen Teilen der Welt, wie Digital Antiquity Initiative in der USA. Diese Repositories verbreiten nicht nur neue Berichte, sondern sch\u00fctzen auch arch\u00e4ologische graue Literatur vor Zerst\u00f6rung oder vor dem Zur\u00fccklassen in Papierordnern, auf Disketten, CD-ROMs oder auf Festplatten in einem B\u00fcroregal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2012 gab es in ganz Europa viele verschiedene Aufbewahrungsorte mit arch\u00e4ologischer Dokumentation in digitalen Formaten, von denen einige online zug\u00e4nglich waren. ForscherInnen, die bestimmte Informationen finden wollen, konnten jedoch nicht eine einzige Abfrage durchf\u00fchren: Die Suche musste f\u00fcr jedes Repository mit unterschiedlichen Systemen und Datenorganisationen wiederholt werden, ganz zu schweigen von den verschiedenen Sprachen. Nur weil etwas in einem offenen Online-Format gespeichert ist, muss es nicht unbedingt gefunden werden: Es muss ein effektives Suchsystem implementiert werden. Google hilft nicht, da es Links zu verschiedenen Themen mischt, die nur W\u00f6rter gemeinsam haben. Zum Beispiel f\u00fchrt die Suche nach \u201eAxt\u201c zu fast 300 Millionen Treffern, die Rasier- und Kosmetikprodukte, moderne Stahlwerkzeuge, Spiele und sogar Software mischen \u2013 Ergebnisse, die f\u00fcr Arch\u00e4ologInnen nicht sehr hilfreich sind. Es ist sehr schwierig, Daten \u00fcber arch\u00e4ologisch relevante Objekte zu finden, die Menschen seit Jahrtausenden f\u00fcr die Ernte von Holz, als Waffe oder als zeremonielles Symbol angefertigt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies war die Herausforderung f\u00fcr ARIADNE: Die Erkenntnis, dass in arch\u00e4ologischen Unterlagen noch viele n\u00fctzliche Informationen ungenutzt gespeichert sind; die Verf\u00fcgbarkeit von Technologie, um diese Informationen zug\u00e4nglicher zu machen, und die Bereitschaft der Eigent\u00fcmer solcher Daten, sie allen offen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Gleichzeitig gab es eine Informationsflut, die es nahezu unm\u00f6glich machte, die richtigen Informationen zu finden. Dies hob sowohl die Probleme als auch das Potenzial hervor. Die ARIADNE-Partnerschaft schlug eine L\u00f6sung vor, um dieses Problem anzugehen und mithilfe von Ariadnes Faden, einen Weg zu finden, aus dieser schwierigen Situation herauszukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entdecken Sie die ARIADNEplus-Partner, die von ihnen vorgeschlagenen L\u00f6sungen und warum dieses Projekt wichtig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die ARIADNEplus-Partnerschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 41 ARIADNEplus-Partner kommen aus 23 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und vier aus au\u00dfereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ARIADNEplus wird zur Unterst\u00fctzung von ForscherInnen finanziert. Wir glauben jedoch, dass dies wichtig und n\u00fctzlich sein wird, auch f\u00fcr Kulturerbeauftragte und -managerInnen sowie f\u00fcr alle B\u00fcrgerInnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehen Sie, welche Partner aus Ihrem Land kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die ARIADNEplus-L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um den Bed\u00fcrfnissen der Arch\u00e4ologInnen gerecht zu werden, haben zuerst ARIADNE und jetzt ARIADNEplus eine effiziente L\u00f6sung entwickelt. Das Projekt hat ein Portal (<a href=\"https:\/\/ariadne-infrastructure.eu\/portal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.ariadne-infrastructure.eu\/portal\/<\/a>) mit einem Katalog der online verf\u00fcgbaren arch\u00e4ologischen Datens\u00e4tze erstellt. In diesem Katalog kann nach Stichw\u00f6rtern oder Zeitr\u00e4umen oder einem Ort gesucht werden. Die eigentlichen Daten werden beim Dateneigent\u00fcmer innerhalb der beteiligten Institutionen aufbewahrt. Bei der Suche in den Datens\u00e4tzen \u00fcber das ARIADNE-Portal kann der Benutzer \u00fcber einen Link, der auf die lokale Institution verweist, auf die aktuellen Daten zugreifen. Der Katalog funktioniert also \u00e4hnlich wie Google, enth\u00e4lt jedoch nur Verweise auf arch\u00e4ologische Daten, auf die mit von Arch\u00e4ologInnen entwickelten Konzepten zugegriffen werden kann. Wichtig ist auch der mehrsprachige Ansatz: ARIADNEplus verwendet mehrsprachige Vokabulare, um Begriffe in mehreren Sprachen abzufragen und nach Dokumenten in verschiedenen Sprachen zu suchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus bietet das Portal Tools zur weiteren Verarbeitung der Daten: Anzeigen von Bildern und 3D-Modellen, z.B. zum Erstellen einer Diashow; Analysieren von Texten zur automatischen Erstellung eines Themenindex; Erstellen von Anmerkungen, d.h. Hinzuf\u00fcgen pers\u00f6nlicher Notizen zur vorherigen Arbeit; Anzeigen von thematischen Karten (zum Beispiel: alle bronzezeitlichen St\u00e4tten in einer Region); und so weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diese Weise k\u00f6nnen ForscherInnen nicht nur die gesuchten Informationen finden, sondern diese auch verarbeiten und verschiedene Quellen entsprechend der Forschungsfrage kombinieren und so neue Forschungsergebnisse erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum ist ARIADNEplus wichtig f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00d6ffentlichkeit hat wichtige indirekte Vorteile aus der ARIADNEplus-Aktivit\u00e4t: Sie verbessert die Wirksamkeit der arch\u00e4ologischen Forschung und verwendet die Ergebnisse fr\u00fcherer Forschungsarbeiten f\u00fcr neue Untersuchungen. Dadurch wird doppelte Arbeit vermieden und es werden Einsparungen erzielt. ARIADNEplus f\u00f6rdert die Weiterverwendung von Daten: Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Forschungsergebnisse wurde aus \u00f6ffentlichen Mitteln finanziert, sodass die Ergebnisse den Steuerzahlern geh\u00f6ren und mit anderen ForscherInnen geteilt werden sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Einrichtung von ARIADNEplus erforderte zwar erhebliche Finanzmittel (die von der EU bereitgestellt wurden), doch die k\u00fcnftige Aufrechterhaltung wird relativ kosteng\u00fcnstig sein und die Kosten werden von allen TeilnehmerInnen geteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der N\u00fctzlichkeit f\u00fcr die Forschung kann ARIADNEplus eine wichtige Rolle beim Management und bei der Erhaltung des arch\u00e4ologischen Erbes spielen und die zust\u00e4ndigen Stellen unterst\u00fctzen. Das kulturelle Erbe ist wesentlich f\u00fcr die Identit\u00e4tsbildung und auch eine wirtschaftliche Ressource, da es f\u00fcr den Kulturtourismus wichtig ist, dessen Einnahmen 40% des gesamten Tourismus ausmachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Personen, die sich f\u00fcr Geschichte und Arch\u00e4ologie interessieren, k\u00f6nnen das ARIADNEplus-System gerne nutzen: Auch wenn es f\u00fcr den professionellen Gebrauch konzipiert ist, ist der Zugang f\u00fcr alle offen und die benutzerfreundliche Oberfl\u00e4che ist einfach zu bedienen, um beispielsweise herauszufinden, was in der Vergangenheit in Ihrer \u00f6rtlichen Gemeinde passiert ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum braucht die Arch\u00e4ologie ARIADNE? Arch\u00e4ologInnen untersuchen in ihren Forschungen eine Vielzahl von Fundobjekten, von denen einige bereits fr\u00fcher von anderen entdeckt wurden und in Museen und Archiven aufbewahrt werden. Viele werden jedoch bei Ausgrabungen neu entdeckt. 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